Jeder Mensch hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen

Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

Förderverein internationales Fluchtmuseum e. V.

Wir verbinden Geschichte und Gegenwart,
damit Fluchtereignisse und Fluchtursachen nicht in Vergessenheit geraten 

Ein Dokumentations,- Informations-, Bildungs- und Solidaritätsprojekt in Oldenburg,
der Metropolregion und über Grenzen hinweg..

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Auszug aus dem aktuellen  UNHCR-Bericht

Unter den insgesamt 65,3 Millionen Menschen auf der Flucht sind 3,2 Millionen, die Ende 2015 auf die Entscheidung ihres Asylantrages warteten (die höchste bisher von UNHCR verzeichnete Zahl), 21,3 Millionen Flüchtlinge (1,8 Millionen mehr als im Jahr 2014 und die höchste Zahl seit den frühen 1990er Jahren) sowie 40,8 Millionen Menschen, die gezwungen waren, ihr Zuhause zu verlassen und innerhalb ihres Heimatlands auf der Flucht sind. Das bedeutet einen Anstieg von 2,6 Millionen Menschen im Vergleich zu 2014 und ist ebenfalls die höchste Zahl seit Beginn der Erhebungen.
 
Gemessen an einer Weltbevölkerung von 7,349 Milliarden[1] Menschen ist damit statistisch jeder 113. Mensch entweder asylsuchend, binnenvertrieben oder Flüchtling – ein noch nie dagewesener Höchststand. Insgesamt ist die globale Zahl der Menschen auf der Flucht damit in etwa so groß wie die Einwohnerzahlen von Großbritannien, Frankreich oder Italien.

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"Heimat ist kein Land"

so der Titel eines Theaterstücks, das erfolgreich und gut besucht, von engagierten Mitarbeiter*innen und Besucher*innen von IBIS-Interkulturelle Arbeitsstelle e.V., Oldenburg entwickelt und im September 2016 in der Klävemannstr.präsentiert wurde.

Auch das Schicksal von Anne Frank wurde in dieses Stück eingebunden.

Darüber freuen wir uns sehr, denn diese Idee wurde von  einem IBIS - Mitarbeiter mit eigener Fluchterfahrung eingebracht, der anlässlich eines Besuchs der Gedenkstätte Bergen-Belsen (http://bergen-belsen.stiftung-ng.de/de/home.html ) mit Mitgliedern der Yezidischen Gemeinde Oldenburg Anne Frank "kennen lernte" und beeindruckt war.

In der Folge nahm er an einem Workshop des Anne-Frank-Zentrums Berlin in der Berufsbildenden Schule Syke teil  (Jugend führt Jugend durch die Anne Frank Ausstellung https://www.annefrank.de/wanderausstellungen/peer-guide-ausbildung/ ). Mit der arabischen Übersetzung des Tagesbuches der Anne Frank konnte er sich  für diese Veranstaltung zusätzlich qualifizieren. Der Besuch der Gedenkstätte, die Teilnahme am Workshop und die Beschaffung der arabischen Übersetzung wurde vom Förderverein internationales Fluchtmuseum organisiert. Wir sind sehr zufrieden damit, dass unsere Ideen und Engagements hier aufgegriffen und fortgeführt wurden und werden. Vielen Dank ! So kann sich Vernetzung und Zusammenarbeit in Oldenburg sehen lassen.

Ulrich Hartig

 

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18. Juni 2016

Was können wir voneinander lernen?

Was können wir gemeinsam bewegen?

Oldenburg will "Fair-Trade-Town" werden.Groningen ist es bereits.
Fair-Trade-Begegnungstreffen in Groningen/NL, der Partnerstadt Oldenburgs.

Herzlich willkommen, Frau Deufel!

Dr. Nicole Deufel wird neue Leiterin des Amtes für Museen, Sammlungen und Kunsthäuser in Oldenburg.

Die 42-Jährige tritt damit die Nachfolge von Dr. Friedrich Scheele an, der die Stadt Ende 2015 verlassen hatte. Nicole Deufel arbeitet derzeit bei einer Unternehmensberatung im Kultur- und Museumsbereich im schottischen Midlothian. Sie strebt einen zügigen Wechsel nach Oldenburg an, ein genauer Termin steht allerdings noch nicht fest.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann erwartet neue Impulse für die städtischen Museen: „Frau Deufel bringt eine sehr gute Qualifikation und viel internationale Erfahrung mit nach Oldenburg, sie wird sicher neue Akzente in unserer Kulturarbeit setzen können. Dabei gehört die Neukonzeptionierung des Stadtmuseums zu den wichtigsten Aufgaben.“

Nicole Deufel stammt aus Albstadt in Baden-Württemberg. Sie studierte Kunst an der San Francisco State University (Abschuss: Master of Arts). Seit 2005 lebt und arbeitet sie, auch bereits in leitender Funktion im musealen Bereich, in Großbritannien. Sie hat an der London Global University promoviert, der Titel ihrer Doktorarbeit lautet: „Towards a critical heritage approach to heritage interpretation and public benefit: comparative case studies of England and Germany.”

Foto: Privat

 

 

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Dr. phil. Hans-Peter Klausch ist tot.

 

Wir sind traurig mit den Angehörigen und allen, die ihn wertschätzten.

Wir haben einen hervorragenden und unbestechlichen Arbeiter der Geschichte, der Erinnerung und der Aufklärung verloren.

Wir sind froh, dass wir ihn als Partner zur Seite hatten.

 

Für den Vorstand und die Mitglieder

Ulrich Hartig

 

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Neue Veranstaltungsreihe vom Fluchtmuseum

FLUCHTURSACHEN

MILITÄRDIENST UND KRIEGSDIENSTVERWEIGERUNG  ÄGYPTEN

Donnerstag, 16. Juni 2016 - 19 Uhr

Veranstaltungssaal Klävemannstr. 16 (IBIS)

"Ich verweigere die Wehrpflicht und das Tragen von Waffen. Ich werde auch keine Proteste gewaltsam niederschlagen oder mich an Jungfräulichkeitstests von Aktivistinnen beteiligen. Deshalb weigere ich mich, im Dienste der Interessen der Herrschaft als eine Maschine für Unterdrückung und zum Töten benutzt zu werden.
Trotz meiner Ablehnung des Zwangsdienstes bin ich bereit, einen alternativen zivilen Dienst im Gesundheitswesen abzuleisten...."

...Ägypten erkwennt das Recht auf Kriegsdienstverweigerung nicht an.

Es gibt auch keine Möglichkeit, einen alternativen Dienst abzuleisten. Kriegsdienstverweigerer unterliegen auf verschiedene Art und Weise einer möglichen Strafverfolgung.

Unsere Gäste:

Mohamed F. und Rudi Friedrich, Referent von Connection e.V. und Übersetzer (Englisch-Deutsch)

Veranstalter: Förderverein internationales Fluchtmuseum e.V.

In Zusammenarbeit mit
Connection e.V. und IBIS-Interkulturelle Arbeitsstelle e.V.

 Eintritt frei, Spenden sind willkommen!

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Hier ein Beitrag von Hannah (19 ), den wir sehr gerne veröffentlichen

Sie hat bald ein Jahr in Tansania gelebt, gelernt und in der NGO Talisda Foundation gearbeitet. Unter dem Motto „Klimaschutz und Völkerverständigung“ wurde sie dabei von der DTP (Deutsch Tansanische Partnerschaft e.V.) begleitet.

 

Was mich mein Freiwilligen-Dasein über die Integration von Flüchtlingen gelehrt hat

Die Flüchtlingsströme in Deutschland verleihen dem Thema Integration einen aktuellen Anstrich. Ich als Freiwillige bin ja nun „Migrantin auf Zeit“. Machen wir also ein Gedankenspiel. Suchen wir in meinem Verhalten hier vor Ort nach Impulsen für einen guten Umgang mit Neuankömmlingen in Deutschland. Bestandsaufnahme. Ich versuche durchaus, mich zu integrieren, ich lerne fleißig Kiswahili, wohne mit einer Gastfamilie zusammen, besuche Familienfeste, esse Ugali mit den Händen , gewinne Freunde, trage bunte Stoffe, reise mit den abenteuerlichen Überlandbussen und verhandele entschlossen auf dem Markt. Auf der anderen Seite war ich immer sehr wild darauf mal wieder Pizza zu essen und in den Supermarkt zu gehen. Ich habe mich über Care-Pakete gefreut. Ich sehne mich schon mal danach mit meiner Mitfreiwilligen Jana wieder „richtig“ quatschen zu können und Party zu machen im „Weißen“- Club ist auch sehr lustig. Ich sehne mich nach mehr Körperkontakt und danach seltener angesprochen zu werden. Natürlich spreche ich mit meinen Mitfreiwilligen auch weiterhin Deutsch, trage meine Klamotten von Zuhause, höre deutsche Musik, lese deutsche Bücher. Ist ja alles verständlich, oder? In Deutschland gibt es häufig anspruchsvolle Forderungen an die Neuankömmlinge: Am besten sollen sie sofort fließend Deutsch sprechen, sich für deutsches Brauchtum begeistern, die Werte und Ansichten ihres bisherigen Leben hinter sich lassen, zu viel Kontakt zu Menschen aus dem gleichen Herkunftsland meiden (Ghettoisierung!), das deutsche Verwaltungssystem durchschauen und bloß nicht hilfsbedürftig werden. Oft werden halbwissende Vorurteile (Schmarotzer, Frauenfeinde, Kriminelle) für sachgemäße Einschätzung des Gegenübers gehalten.

 Meine Erfahrung. Ständige Integration ist unglaublich anstrengend. Bestimmte kulturelle Normen werde ich nie ablegen können (z.B. mein Individualistisches Weltbild). Für bestimmte Traditionen wird mein Herz nie schlagen können (Taarab Musik). Bestimmte deutsche Kulturgüter werden immer essentieller Teil meiner Identität sein (Kölscher Karneval und konstruktive Kritik). Um bestimmte soziale Bedürfnisse zu befriedigen und Gesprächsthemen abzudecken, werde ich mich immer auf Kontakt mit Menschen aus meinem Kulturkreis freuen. Es wird lange dauern bis ich Kiswahili so virtuos und nuanciert nutzen kann wie Deutsch. Und egal wie lange ich hier bleiben würde, Vorurteile würden mir immer vorauseilen (kann kein Kiswahili, klug, reich, total unfähig im Alltagspraktischen).

 Schlussfolgerung. Fundamental wäre ein größeres Verständnis dafür, dass das Leben in einem fremden Land verwirrend und Kräfte zehrend sein kann. Festhalten am Herkunftsland durch Musik, Essen, Kontakt zu Menschen aus dem gleichen Herkunftsland oder Sprache können in turbulenten Zeiten nötigen Halt geben. Gespräche, in denen nicht alle kulturellen Prämissen erst geklärt werden müssen, sind manchmal einfach einfacher. Eine Möglichkeit wäre es, neugierig zu werden und über das Fremde mehr erfahren zu



 

Gemeinsames Gedenken und Erinnern am 4. Mai 2016 in Groningen

Eindrücke und  Photos unserer Groninger Partner_innen von  Arnold de Mejer/Groningen Plus

http://skgr.nl/index.php/nieuws/item/507-oldenburgers-actief-op-4-mei-herdenking-groningen

 

 

Die Einladung einiger Mitglieder von Groningen Plus, an den Veranstaltungen am 4. Mai zum Gedenken an die toten Bürger_innen und Soldaten des Niederländischen Königreichs, die in militärischen Konflikten umgekommen sind, teilzunehmen, nahmen wir gerne an:

Gerti Suntrup/Elke Harms-Kranich (Gedenkkreis Wehnen), Günter Heuzeroth, Kevin Mennenga (Koordinierungsstelle gegen Rechts-extremismus und Fremdenfeindlichkeit), Jürgen Halbfaß/Ulrich Hartig (Förderverein internationales Fluchtmuseum e.V

Aus dem reichhaltigen und vorbildlichen Programm „Open joodse huizen van verzet“ an dreizehn verschiedenen Lokalitäten im Stadtgebiet Groningen wählten wir den Besuch in der H.W. Mesdagstraat 72, in der Frau Hemminga über die Familie Van Gelder berichtete. In der Beschäftigung mit diesen Ereignissen habe sich ihr Leben verändert, so Frau Hemminga. Das hat uns tief beeindruckt. Ein Vertreter der Stichting Stolpersteine sprach über drei Widerstandskämpfer, die ihr Leben gaben, um andere zu retten.

Wir wurden überaus freundlich durch die Veranstalter und das Publikum empfangen und dass uns die Vortragenden ungefragt auch deutsche Übersetzungen ermöglichten, hat uns sehr berührt.

Den Besuch in der Oude Ebbingestraat 54 konnten wir leider sprachlich nicht gut verfolgen, aber Alice hat uns anschließend eine gute Zusammenfassung gegeben. Die Historikerin und Koordinatorin der Stichting Oorlogs- en verzetscentrum Groningen, Bettie Jongejan, berichtete mittels Filmdokumenten über Siet Gravendaal Tammens, die eine herausragende Rolle im Groninger Widerstand spielte.

Zum guten Schlusse besuchten wir unter sachkundiger Führung die Folkingestraat und die Synagoge. Ein dichtes und richtungsweisendes Programm und ein Hinweis auf mögliche ähnliche Veranstaltungsformate in Oldenburg.

Wir bedanken uns für die engagierte Mühe von Alice, Harm, Gert und Arnold, für die Zeit, die sie uns geschenkt haben, für die Einladung zum Mittagessen und die vielen kleinen inhaltsreichen, teilweise nachdenklichen Gespräche nebenbei.

Unsere Eindrücke und Erfahrungen werden wir in unseren Vereinen und Einrichtungen vermitteln und in einem nächsten Schritt für die Oldenburger Verhältnisse fruchtbar machen. Insbesondere junge Menschen wollen wir für ein zukünftiges gemeinsames Gedenken und Erinnern in Oldenburg und Groningen gewinnen. Angesichts der nationalistischen, rechtspopulistischen und faschistischen Entwicklungen in Europa, auch in Deutschland und den Niederlanden, eine notwendige Arbeit. Die Städtepartnerschaft Groningen – Oldenburg könnte hierbei ein Vorbild für andere bestehende Kommunalpartnerschaften im Kampf gegen das Vergessen und für eine offene, vielfältige, friedliche und gerechte Gemeinschaft sein.

 


 

Fluchtmuseum e.V. überreicht Oldenburger Stadtmuseum Ringschleife als Dauerleihgabe

Teilhabe hörbeeinträchtigter Menschen im Museum fördern

Um Besucherinnen und Besuchern mit Hörbeeinträchtigungen eine komfortablere Teilhabe an Veranstaltungen im Museum zu ermöglichen, hat das Stadtmuseum Oldenburg vom Förderverein internationales Fluchtmuseum eine sog. Ringschleifenanlage als Dauerleihgabe erhalten.

Ulrich Hartig, Vorsitzender des Fluchtmuseums, überreichte die Ringschleife am heutigen Montag, 11. April, an Museumsleiter Dr. Andreas von Seggern.

Die mobile Anlage besteht aus einer Ringinduktionsschleife, die elektromagnetisch die Akustiksignale an Hörgeräte, Cochlea Implantate oder spezielle Kopfhörer (sog. Kinnbügelhörer) weiterleitet.

"Für uns bedeutet der neue Ringschleifenverstärker, dass wir bei unseren Veranstaltungen im Bedarfsfall hörbeeinträchtigten Menschen ein möglichst ungetrübtes Hörerlebnis ermöglichen können“, sagt Andreas von Seggern und betont: „Wir bedanken uns ausdrücklich beim Verein Internationales Fluchtmuseum und seinem Vorsitzenden Ulrich Hartig, mit dem das Stadtmuseum immer wieder vertrauensvoll und konstruktiv zusammenarbeitet. Der künftige Einsatz der Ringschleife im Museum unterstreicht unseren Anspruch, uns in den Inklusionsprozess der Stadt wirksam einzubringen.“

" Wir möchten in erster Linie die Inklusionsbestrebungen des Stadtmuseums fördern“, erklärt Ulrich Hartig und führt aus: „Unser Verein sucht als Bürgerinitiative die inhaltliche und organisatorische Nähe zum Stadtmuseum. Insofern profitieren auch wir durch die ständige Verfügbarkeit der Ringschleifenanlage bei unseren Veranstaltungen im Museum.“

Auch Peter Dresen, Fachstelle Inklusion der Stadt Oldenburg,  begrüßt diesen Einsatz beider Institutionen und hofft auf weitere Inklusionsideen.

Bildhinweis:

Bei der Übergabe der Ringschleife: (v.l.) Ulrich Hartig (Fluchtmuseum), Dr. Andreas von Seggern (Leiter des Stadtmuseums) und Peter Dresen (Fachstelle Inklusion der Stadt Oldenburg). Foto: Stadtmuseum

 


 

Lesung und Gespräch mit

Sineb El Masrar

Emanzipation im Islam -

Abrechnung mit ihren Feinden

Freitag, 22. April 2016, 19.30 Uhr

Städtisches Kulturzentrum PFL, Peterstraße, Oldenburg

Eintritt 5 €, erm. 3 €

 

 

„Die Quelle des Fortschritts und das Fundament im Islam sind eindeutig weiblich“, sagt Sineb El Masrar.

Nur weil seit Generationen männliche Dominanz herrscht und das Patriarchat sich als hartnäckiges Konzept behauptet, bedeutet das nicht, dass es auch gut so ist.

Muslimas müssen endlich den Mut haben, ihre Rechte einzufordern.

Ohne Kompromisse – so ihr Credo.

 

Dem ist der Förderverein internationales Fluchtmuseum e. V., Oldenburg, nachgegangen.

Gefördert durch die Stadt Oldenburg, Stabsstelle Integration und die Gleichstellungs-beauftragte und begleitet durch die Buchhandlung LIBRETTO, traf Frau El Masrar, begrüßt und moderiert durch Frau Amani Souleyman, auf ein Publikum von knapp 40 Menschen.

Nach dem Vortrag einiger wesentlicher Textpassagen durch Frau El Masrar kam es im Gespräch mit dem Publikum zu durchaus kontroversen Positionen, insbesondere durch die Interventionen einiger älterer Damen und Herren aus dem Tätigkeitsfeld ehrenamtlicher Flüchtlingsbetreuung und Deutschkurse, die die Ansichten der Autorin teilweise erheblich infrage stellten.

Die Veranstalter mussten zudem erkennen, dass die Anwesenden nicht das erwartete und gewünschte Publikum waren. Trotz intensiver Werbung für die Veranstaltung auch bei den Migrant_innen-Selbstorganisationen war es ein fast ausschließlich nichtmigrantisches Publikum. Über diesen Effekt und Sachverhalt gilt es, für ähnliche Themenstellungen und Veranstaltungen, nachzudenken und Schlüsse daraus zu ziehen.

 Diese „Verweigerung“ kommentiert möglicherweise die juristische Einwendung von Milli Görüs (Deutsch: Nationale Sicht), aufgrund dieser die bereits ausgelieferten Exemplare des Buches durch den Verlag einzuziehen sind und die neue Auflage erst wieder mit den geschwärzten beanstandeten Textpassagen auf den Markt zu bringen ist.

Dennoch: Positionen und Haltungen wie diejenigen von Frau El Masrar, quellensicher und kompetent begründet, sollten den Diskurs über Gesellschaft, Staat und Religion, insbesondere mit dem Focus auf die individuelle Selbstbestimmung, weiterhin und stets befeuern.

Sineb El Masrar wurde 1981 als Tochter marokkanischer Einwanderer in Hannover geboren. 2006 gründete sie das multikulturelle Frauenmagazin Gazelle, war in der Arbeitsgruppe „Medien und Integration“ im Kanzleramt und Mitglied der Deutschen Islam Konferenz. Sie lebt heute in Berlin. Zuletzt erschien „Muslim Girls. Wer sie sind, wie sie leben“.

 

Büchertisch:  Buchhandlung LIBRETTO

 

 


 

 

Schulkooperationen

Clemens Schneider, Lehrer am Graf-Anton-Günther Gymnasium des Landkreises Oldenburg lud gemeinsam mit Schüler*innen eines 9. Jahrgangs Flüchtlinge und Migrant*innen in den Unterricht ein.

Der Förderverein internationales Fluchtmuseum hat gerne diese Einladung aufgegriffen und weitergegeben.

Im November 2015 konnte die Klasse sieben Menschen aus dem Iran, aus Albanien und  aus der Yezidischen Gemeinde Oldenburg begrüßen und sich mit den unterschiedlichsten Flucht- bzw. Migrationsgründen und Lebens-situationen vertraut machen.

In anschließender Gruppenarbeit wurden Interviews für eine schulinterne Radiosendung aufgenommen.

Alle Beteiligten waren und wurden überzeugt, wie wichtig es ist, nicht über die Geflüchteten, sondern mit ihnen zu sprechen und im persönlichen Gespräch ein wenig in die jeweiligen Lebens- und Denkwelten einzutauchen und sich meinungsunabhängiger  zu machen.

Wir hoffen auf Wiederholungen - mit dem GAG und mit anderen Schulen.

Foto: Clemens Schneider 

 

 

 


 

Phönix aus der Asche...

Die Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung soll wieder "auferstehen". Diese  Ankündigung aus dem Koalitionsvertrag von  SPD und Bündnis 90/Die Grünen im Lande Niedersachsen inspirierte den Förderverein internationales Fluchtmuseum, zu einem öffentlichen Austausch mit Marco Brunotte, MdL Nds./SPD einzuladen, der mit seiner grünen Kollegin, Julia Hamburg, für die Umsetzung der Forderung zuständig ist.

Am 4. März versammelten sich in den Räumen von Arbeit und Leben Oldenburg Vertreterinnen und Vertreter folgender Vereine und Institutionen: Arbeit und Leben, Förderverein intern. Fluchtmuseum, Gedenkkreis Wehnen, Koordinierungsstelle gegen Rechts, Jugendkulturarbeit, IBIS-Interkulturelle Arbeitsstelle, Koordinierungsstelle Inklusion und Koordinierungsstelle Erinnerungs- und Gedenkkultur (beide Stadt Oldenburg). Hinzu kamen auch Wolfgang Wulf, Ulf Prange, MdL, Nds. (beide SPD) und Susanne Menge, MdL, Nds. (B90/Die Grünen).

Die Berichterstattung und der Austausch untereinander ergaben die große Bereitschaft aller Beteiligten, den Dialog zwischen Hannover und Oldenburg zu pflegen und sich auf eine gemeinsame, konstruktive, kreative und professionelle Zusammenarbeit einzulassen.

Die Jugendkulturarbeit, vertreten durch Gina Schumm, und der Förderverein internationales Fluchtmuseum, vertreten durch Ulrich Hartig, stellen sich zur Verfügung, die Kommunikation unter den Beteiligten zu verstetigen und den Bedarf der politischen und historischen Bildungspartner*innen zu ermitteln und zu diskutieren.


Wir dürfen gespannt sein...!

Fluchtmuseum ist Mitglied von: Deutsche Vereinigung für politische Bildung e.V.

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Städtepartnerschaft mit Groningen wird vertieft

Besuch von „Groningen Plus“ in Oldenburg ergibt konkrete Ergebnisse für Austausch, Partnerschaft und gemeinsame Projekte

 

Treffen mit Groningen Plus am 25.2.2016 bei IBIS

 Gerti Suntrup (Gedenkkreis Wehnen), Günter Heuzeroth (Autorenteam für kritische Geschichtsschreibung in WeserEms), Gert Los, Harm Jansen, Alice Henkel (Groningen Plus), Jürgen Halbfaß, Juliane Litsch-Landfried (Fluchtmuseum), Elke Harms-Kranich (Gedenkkreis Wehnen), Ulrich Hartig, Hilmar Froelich (Fluchtmuseum)

 Drei aktive Mitglieder des Vereins Groningen Plus (... organiseert activiteiten en evenementen en reizen op het gebied van participatie, educatie en ontmoeting) folgten der Einladung des Fördervereins internationales Fluchtmuseum zum Erfahrungsaustausch über gesellschafts-politische Engagements in Oldenburg und Groningen und zur Planung gemeinsamer Aktivitäten und Projekte in bisher wenig berücksichtigten Themenfeldern.

 Auch der Gedenkkreis Wehnen (Gedenkstätte “Alte Pathologie”) kam der Einladung in den Veranstaltungssaal von IBIS-Interkulturelle Arbeitsstelle nach, um über Erinnerungs- und Gedenkkonzepte hierzulande und bei unseren Nachbarn zu sprechen. Ebenso standen der Faire Handel, die Entwicklungspolitik und der jeweilige Umgang mit Geflüchteten zur Diskussion.

 Als erstes Ergebnis wurde ein Besuch in den Weltläden Groningen und Haaren verabredet, zu dem auch das Ökumenische Zentrum Oldenburg, aber auch das biz (Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung), eingeladen werden. Daneben steht auf der Wunschliste der Besuch der Folkingestraat mit der Synagoge und den erstmals verlegten “Stolpersteinen” in Groningen.

 

 Alle Beteiligten sprachen sich für nachhaltige, langfristige und inklusive Aktivitäten aus.

 

Oldenburg, 25.02.2016, Fotos: IBIS e.V.

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          F L U C H T W E G E

  •  Fluchtwege sind Verkehrswege, an die besondere Anforderungen zu stellen sind und die der Flucht aus einem möglichen Gefährdungsbereich und in der Regel zugleich der Rettung von Personen dienen.
  • Fluchtwege führen ins Freie oder in einen gesicherten Bereich. Fluchtwege, Notausgänge und Notausstiege müssen ständig freigehalten werden, damit sie jederzeit benutzt werden können.Fluchtwege sind deutlich erkennbar und dauerhaft zu kennzeichnen.
  • Fluchtwege sind in Abhängigkeit von vorhandenen Gefährdungenanzuordnen.
  • Die Mindestbreite der Fluchtwege bemisst sich nach der Höchstzahl der Personen, die im Bedarfsfall den Fluchtweg benutzen. Die  Mindestbreite des Fluchtweges darf durch Einbauten oder Einrichtungen nicht eingeengt werden.
  • Am Ende eines Fluchtweges muss der Bereich im Freien bzw. der gesicherte Bereich so gestaltet und bemessen sein, dass sich kein Rückstau bilden kann und alle über den Fluchtweg flüchtenden Personen ohne Gefahren aufgenommen werden können.


Auszüge aus:

Technische Regeln für Arbeitsstätten, „Fluchtwege und
Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan“, ASR A2.3, August 2007, zuletzt geändert GMBl 2014

 

 Wir haben einen neuen Vorstand!

 

Ulrich Hartig                       Vorsitzender

Juliane Litsch-Landfried   Schriftführerin

Dr. Petra Schönemann-Behrens  stellv. Vorsitzende

Hinrich Speckmann            Kassenwart

 

 

...ein Beirat wird gebildet.

 

 

 


 

 Aktuelles zum ERINNERUNGSBUCH

 

Pressemitteilung vom 27. Mai 2014, Autoren Jörg Paulsen und Ahlrich Meyer


Das Schicksal der jüdischen NS-Opfer aus Oldenburg ist Gegenstand einer neuen Internetseite unter der Adresse www.erinnerungsbuch-oldenburg.de


Im November 2013 wurde die ›Gedenkwand zur Erinnerung an die jüdischen Opfer der Nationalsozialisten in Oldenburg‹ vor dem Kulturzentrum PFL eingeweiht. Das große öffentliche Interesse und die kritische Diskussion, die dadurch ausgelöst wurden, waren Anlass für ein Angebot, das ergänzende Informationen zu den Lebens- und Leidenswegen der 167 auf dem Mahnmal genannten Todesopfer bereit stellt. Dazu haben die Autoren des 2001 in der Bremer Edition Temmen erschienenen ›Erinnerungsbuches‹, Jörg Paulsen und Ahlrich Meyer, ihre damaligen Forschungsergebnisse aktualisiert, erweitert und für das Internet aufbereitet.
Die einzelnen Biographien enthalten u.a. Angaben zu Familienangehörigen und deren Schicksal, zu Berufen und Adressen sowie zu Verbleib und Verfolgungsgeschichte. Soweit auch die Quellen online zugänglich sind, wurden sie verlinkt. Neben dem namentlichen Zugang gibt es Register für die Oldenburger Wohnadressen, für die sonstigen Wohn- und Verfolgungsorte sowie für die Deportationen, mit denen die meisten der Opfer ab 1941 in die Ghettos und Lager im besetzten Osteuropa transportiert wurden.
Die ›Gedenkwand‹ war wegen der dort eingeschriebenen letzten Oldenburger Anschriften kritisiert worden, weil es sich dabei häufig um Zwangsadressen gehandelt habe. Online sind daher neben Zuzugs- und Fortzugsdaten zusätzlich auch alle anderen bekannten Meldeadressen und -zeiträume angegeben. Darüber hinaus werden die inzwischen entdeckten Detailfehler der ›Gedenkwand‹ berichtigt und sieben noch fehlende Todesopfer benannt.
Erstmals in dieser Form wird außerdem das Schicksal der 53 namentlich bekannten Kinder dargestellt, die zwischen 1937 und 1940 die jüdische Volksschule in Oldenburg besuchten. Sie war auf Initiative des letzten Landesrabbiners Leo Trepp eingerichtet worden und hatte als Schulbezirk das gesamte damalige Land Oldenburg. Von den über 20 Fahrschülerinnen und -schülern, die deswegen in Oldenburg zur Schule gingen, wurden ebenfalls später viele ermordet.

Tafel erinnert an die Familie de Vries. FOTO: Beate Lama

In diesem Haus habe die jüdische Familie de Vries gelebt, sagt eine schlichte Plexiglastafel am Hauseingang der Cloppenburger Straße 109. Es ist die erste Erinnerungstafel für eine jüdische Familie in Oldenburg. „Wir möchten mit unserem Projekt weitere Initiative anregen, nachzuforschen und sich zu erinnern“, sagt Ulrich Hartig vom Förderverein internationales Fluchtmuseum e.V. 

Im Erinnerungsbuch von Jörg Paulsen, einem Verzeichnis der von der nationalsozialistischen Judenverfolgung betroffenen Einwohner der Stadt Oldenburg zwischen 1933 und 1945, ist er fündig geworden. Aufbauend auf einer Idee und ersten Recherchen der Mitarbeiter von Werkstattfilm e.V. war es im Jahr 2001 erschienen. Neben dem Personenverzeichnis finden sich dort Fotografien, Personen- und Straßenregister. Der Förderverein hofft mit dem Projekt nach eigenen Angaben einen Beitrag zu leisten zu einer alltäglicheren Erinnerungskultur. Die Familie de Vries aus der Cloppenburger Straße 109 hat den Holocaust überlebt, sie verließ Deutschland frühzeitig und wanderte nach Palästina und Uruguay aus. Zurückgekehrt ist sie nicht.

 

 

aus: Geschichte mitmachen/O1 vom 04.07.2011