Ausstellung

Die Verfolgung der Sinti in Oldenburg und im Landkreis Friesland im 20. Jahrhundert

 08. März - 15. April 2016

Gröschler - Haus, Jever,

Gr. Wasserpfortstraße 19

 

Eröffnung: Dienstag, 08. März 2016, 19:00 Uhr

durch Christel Schwarz,1. Vors. des Freundeskreises für Sinti und Roma in Oldenburg e.V.

 

Vor genau 73 Jahren verhaftete die Gestapo in Zetel und Varel alle elf Mitglieder der hier seit mehreren Jahren lebenden Schausteller-Familie Frank und verschleppte sie über Bremen zusammen mit den anderen Sinti Nordwestdeutschlands in Viehwaggons nach Auschwitz-Birkenau.

In unmittelbarer Nähe der Selektionsrampe

und der Gaskammern starben die Menschen an planmäßiger Mangelernährung, Krankheit und medizinischer Nichtversorgung. Oder sie wurden Opfer der Medizinverbrechen des Josef Mengele, der sein „Versuchslabor“ im „Zigeunerlager“ eingerichtet hatte. Wer nicht starb, wurde vergast. Die vierjährige Angela Frank erlag nach 14 Tagen den Torturen. Die SS ermordete in Auschwitz insgesamt etwa 20.000 Sinti und Roma. Nur drei Mitglieder der Familie Frank aus Zetel überlebten, darunter die Mutter von Christel Schwarz.

Der 1948 in Bockhorn geborene Sinto beschäftigt sich in seinem Vortrag mit der NS-Zeit in Friesland und Oldenburg, mit der danach und in manchem bis heute spürbaren gesellschaftlichen Diskriminierung und mit den gemachten Fortschritten. Eines seiner Anliegen ist eine Erinnerungstafel an die ermordeten Großeltern, Tanten und Onkel in Zetel.
Die gleichzeitig eröffnete Ausstellung „Sinti und Roma in Oldenburg und Friesland“ vom Freundeskreis e. V. präsentiert auf 20 Schautafeln die Geschichte und Kultur der Sinti in unserer Region von den geschichtlichen Anfängen bis heute. Integriert ist per Videostation ein Interview mit Margot Schwarz, der inzwischen verstorbenen Auschwitz-Überlebenden aus Zetel.

Inspiriert von der Swingmusik Django Reinhardts der 1930er Jahre umfasst das Repertoire des Trios „Sinti Swing Oldenburg” Chanson- und Swingklassiker. An diesem Abend interpretieren Marco Rose (Keyboards), Patrik Schwarz und Donny Schwarz (Gitarren) aber vor allem balladeske Kompositionen, die mit der Sinti-Tradition und dem Anlass verbunden sind wie “Verboten” und “Trauriger Sonntag”. Aber natürlich darf am Schluss auch der “Minor Swing” erklingen.

Das GröschlerHaus präsentiert die erste Veranstaltung über Sinti und Roma im Landkreis Friesland überhaupt. Sie setzt sich mit der Verfolgung der Sinti auseinander und wirft einen Blick auf ihre Gegenwart und Kultur.

Margot Schwarz geb. Franz wurde als 18jährige von Zetel-Bohlenberge nach Auschwitz verschleppt. Sie überlebte Auschwitz und starb 2002 in Oldenburg. (Foto: Sammlung G.Heuzeroth)   
Der Eintritt ist frei.