Jeder Mensch hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen

Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

Förderverein internationales Fluchtmuseum e. V.

Wir verbinden Geschichte und Gegenwart,
damit Fluchtereignisse und Fluchtursachen nicht in Vergessenheit geraten 

Ein Dokumentations,- Informations-, Bildungs- und Solidaritätsprojekt in Oldenburg,
der Metropolregion und über Grenzen hinweg.

 

_________________________________________________________________________________________________________________________________

Kranzniederlegung zum Gedenken an die Opfer der Zwangsarbeit - 03. Mai 2018

 

Der Förderverein internationales Fluchtmuseum e.V., vertreten durch Lisa Marx und Günter Heuzeroth und das Ökumenische Zentrum Oldenburg e.V. legten gemeinsam einen Kranz während der Gedenkfeier am Mahnmal für Zwangs-arbeiter*innen auf dem Ohmsteder Friedhof nieder.

Neben dem Kranz der Stadt Oldenburg, der zum "Stillen Gedenken" einlud, trug die Schleife unserer Vereine die Aufschrift " Erinnern - Gedenken - Mahnen".  Das Gebinde der DKP rief uns zu "Nie wieder Faschismus".

In diesem Jahr versammelten sich erheblich mehr Menschen als in den vergangenen Jahren, was sicher auch der abermaligen Beteiligung von Schüler*innen der IGS Flötenteich zuzurechnen ist, die mit Stationen der historischen Ereignisse die Vergangenheit lebendig werden ließen.

Die Rede der Bürgermeisterin Frau Averbeck (CDU) nahm dankenswerterweise Bezug auf die aktuelle Lage ausge-beuteter Menschen auch in Europa, auch in Deutschland, auch im Oldenburgischen.

Zudem ermöglichte die Einladung der Kirchengemeinde Ohmstede zu  Kaffee und Kuchen und zum Besuch einer kleinen themenbezogenen Ausstellung Begegnung Austausch von und  mit Teilnehmenden. Eine gute Entwicklung oldenburgischer Gedenk- und Erinnerungskultur.

Nächstes Jahr auf dem Ohmsteder Friedhof !

 

Über 12 Millionen Menschen leisteten im Verlauf des Zweiten Weltkrieges für Deutschland Zwangsarbeit. Durch die kampflose Übergabe der Stadt Oldenburg an die Alliierten am  3. Mai 1945 konnten die kanadischen Truppen, zu denen auch indigene Soldaten gehörten, noch am selben Tag die in den Lagern eingesperrten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter befreien.  Viele überlebten den Schrecken der Lager nicht oder starben an den Folgen der Zwangsarbeit. Das größte Sammelgrab für die Opfer befindet sich in Oldenburg auf dem Friedhof Ohmstede. (Stadt Oldenburg)

 

Wer sich für die Geschichte der Zwangsarbeit in Oldenburg interessiert und an der Vermittlung und an der Erarbeitung und Durchführung von Gedenkformaten und Erinnerungsveranstaltungen teilnehmen möchte, nimmt Kontakt mit Ulrich Hartig vom Förderverein internationales Fluchtmuseum ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 0157-74 50 33 27) oder mit Paula von Sydow, Projektleiterin für Gedenk- und Erinnerungskultur der Stadt Oldenburg auf.

___________________________________________________________________________________________________________

DORFGRÜNDUNG

Politische Bildung mit Geflüchteten, 12. - 14. 1. 2018

Bildungshaus der Arbeitnehmerkammer Bremen in Bad Zwischenahn

 

 Das »Dorf« und die Vorbereitungsgruppe (hintere Reihe): Marilena Kipke (2. v. l.), Julia Brandt (3. v. l.), Sven Rößler (6. v. r.), Ulrich Hartig (4. v. r.) sowie dem Dozenten Andreas Petrik (1. v. r.)

16 erstsprachig arabische Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Integrations-kursen aus Oldenburg, Cloppenburg und Leer sowie zwei Kinder haben sich an einem Wochenende Mitte Januar 2018 in der Bildungsstätte der Bremer Arbei-tnehmerkammer in Bad Zwischenahn auf das politisch-soziale Gedankenexpe-riment einer »Dorfgründung« eingelassen.

Unter der Vorgabe einer fiktiven, zeitlich begrenzten »Anschubfinanzierung« – die nicht zufällig der realen Einkommensverteilung der Bundesrepublik entspricht –, stellten sie sich der Aufgabe, als Gruppe das Zusammenleben in einem verlassenen, abseits gelegenen Dorf in den Pyrenäen zu organisieren, welches sie, so das Szenario, überlassen bekommen haben .Hierfür galt es zunächst, geeignete Prinzipien und Verfahren der politischen Willensbildung zu formulieren, um die unmittelbar anstehenden grundsätzlichen Fragen des wirtschaftlichen Überlebens in der Produktion von notwendigen Gütern bzw. von Waren und ihrer Verteilung genauso klären zu können, wie eine Verhältnisbestimmung von kollektiv vorgegebener oder individuell zu entscheidender kultureller und religiöser Lebensführung vorzunehmen. Diese an sich kontroverser Entscheidungen wurden anschließend in ein Ordnungs-schema selbst erarbeiteter ideengeschichtlicher Idealtypen politisch eingeordnet, welches schließlich auch einen Ausblick auf das politische Spektrum in der bundesdeutschen Parteienlandschaft bot. Während üblicherweise im schulischen Politikunterricht und auch in Integrationskursen eine institutionen-kundliche Lehrgangsdidaktik zugrunde gelegt wird – mit anderen Worten: als angeblichem »Wissen« verwechselter und leicht abfragbarer »Paukstoff« –, ist es ein unbedingter Vorzug der »Dorfgründung«, wie sie von Andreas Petrik, Professor für Didaktik der Sozialkunde/Politische Bildung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, konzipiert und seit mehreren Jahren beständig weiterentwickelt und hier nun das erste Mal mit Geflüchteten durchgeführt wurde, die relevanten Inhalte eines republikanischen Ethos in der lebendigen Anwendung auf konkrete Situationen der gesellschaftlichen Wirklichkeit, auf die dieses sich stets bezieht, real (aus-) handel- und erfahrbar werden zu lassen und so dem Anspruch Politischer Bildung, eine demokratische Bürgerwissenschaft zu sein, sehr viel näher zu kommen.

Nicht nur die Vorbereitungsgruppe staunte über das Niveau der wohlgemerkt auf deutsch, also in einer für die meisten gerade erst neu erworbenen Sprache geführten anspruchsvollen Diskussionen – auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren am Ende selbst von der Heterogenität in ihren eigenen politischen Urteilen überrascht, werden sie doch seit ihrer Ankunft – wie auch im Angebot des Workshopwochenendes – in der Regel als vermeintlich homogene Gruppe der »Geflüchteten« angesprochen. Sich selbst in Pluralität zu erleben und sich darin einzuüben, für die aus dieser Pluralität erwachsenden Konflikte von allen Beteiligten anerkannte Verfahren zu finden, also politisch zu lösen, ist nicht nur für diktatur- und gewalterfahrene neue Angehörige eines demokratischen Gemeinwesens eine entscheidende Erfahrung, sondern bleibende Herausforderung auch in der Mehrheitsgesellschaft und so Verpflichtung von Politischer Bildung gemeinsam mit Sven Rößler, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich Politische Bildung am Institut für Sozialwissenschaften der Carl von Ossietzky Universität, als Projekt-Koordinator und den Absolventinnen Julia Brandt und Marilena Kipke, hat sich der Förderverein internationales Fluchtmuseum e. V. als Veranstalter des – in Kooperation mit der Deutschen Vereinigung für politische Bildung (DVPB Nds.) angebotenen und durch die Stadt Oldenburg sowie das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung geförderten – Workshops erfolgreich auf den Weg zur historisch-politischen Bildung mit Migrant*innen gemacht.

Weitere Projekte dieser und ähnlicher Art sind in Vorbereitung.

Mehr Informationen durch Ulrich Hartig, 1. Vorsitzender Förderverein Internationales Fluchtmuseum e. V., Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 __________________________________________________________________________________________________________________

AFGHANISTAN

Zurück in den Krieg! Sichere Gebiete? Überleben? Zukunft?

Vortrag von Friederike Stahlmann, Halle, in der Reihe "Öffentliches Nachdenken"

Mittwoch, 18. Oktober, 19.30 Uhr

Städtisches Kulturzentrum PFL, Peterstr. 3, Oldenburg i. O.

Eintritt frei