Jenseits von Lampedusa – willkommen in Kalabrien

Ausstellung vom 1. – 31. März 2020 in der St. Lambertikirche Oldenburg i. O.

Das Bergdorf Riace im süditalienischen Kalabrien hat seit Ende der 1990er Jahre Geflüchtete aufgenommen. Als Ort des Willkommens und Gegenmodell zur Abschottungspolitik der EU fanden Riace und sein früherer Bürgermeister Domenico (Mimmo) Lucano weltweit Anerkennung.Im Unterschied zu profitablen Flüchtlingslagern, in denen die Schutzsuchenden unter oft menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht wurden, fanden sie in Riace freundliche Aufnahme.

Im öffentlichen Raum war die Aufnahmebereitschaft durch Schilder, Wandbilder und künstlerische Objekte sichtbar, die Solidarität bekundeten, ebenso wie die Ablehnung der Mafia, zum Beispiel mit dem Antimafiasymbol der offenen Hand. Die Willkommensprojekte zahlten keine Schutzgelder an die ’Ndrangheta, die als eine der mächtigsten Mafia-Organisationen der Welt gilt.

Das Dorf litt schon lange unter der Abwanderung Einheimischer, die auf der Suche nach bezahlter Arbeit in den Norden oder nach Übersee gingen. Zurück blieben vor allem die Älteren, viele Häuser standen leer. Mit dem Zuzug von überwiegend jüngeren Geflüchteten kam wieder Leben nach Riace. Dank der zugezogenen Kinder konnten Kindertagesstätte und Schule wieder öffnen. Die mit staatlichen Mitteln geförderte
Unterbringung und Betreuung Geflüchteter brachte Arbeit und Einkommen, ebenso wie die Werkstätten, in denen alte Handwerkskünste wiederbelebt wurden und Einheimische und Zugereiste zusammenarbeiteten.

Das Dorf des Willkommens
Durch ein absurdes Zusammentreffen, durch eine Laune des Windes, ist die Geschichte auf ein Dorf gestoßen, das mit dem ›Virus der Menschlichkeit‹ infiziert war, einen Ort, an dem es möglich war, sich vorzustellen, dass wir alle Menschen sind.

Das hat eine tiefe Spur hinterlassen, das ist das Erbe, das wir weitergeben, der Traum, dessen Verwirklichung noch aussteht.« (Mimmo Lucano)
Mimmo Lucano: Das Dorf des Willkommens
Aus dem Italienischen von Elvira Bittner, 288 Seiten, 28,50 €
Verlag rüffer & rub, 2021
Mehr Informationen über Riace: www.riace.solioeko.de

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Förderverein internationales Fluchtmuseum e.V.
Schellenberg 40
26133 Oldenburg

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